Annette bloggt

Mein Weg zu mehr Fairantwortung
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Seit meinem Besuch der B2 Bio Gärtnerei esse ich Gemüse mit mehr Wertschätzung!

16. August 2017

Am 28.7. war ich, und meine Gäste mit dem Frauenwirtschaftsforum zu Besuch bei der B2 Bio Gärtnerei in Rosenfeld-Leidringen.

Einige interessierte Frauen haben einen tollen, informativen Sommerabend genossen.

Im Vorfeld waren die harten Fakten schon klar: 3.000qm Gemüse unter Glas und Folie und ca. 6 ha Feldgemüse. Aber was das bedeutet, und was dahinter steckt war mir überhaupt nicht klar!

Frau Franz, Inhaberin und Leiterin der B2 Bio Märkte führte uns am Anfang kurz ein: „Der Verbraucher hat die Macht zu bestimmen ob es in unserem Raum nur Monokulturen gibt, und ob es nur noch eine Handvoll Lebensmittelkonzerne und Saatguthersteller gibt, die unseren Speiseplan bestimmen, und auch, ob es Ausbildungsplätze im Handwerk in erreichbarer Nähe gibt.“

So habe ich das noch nicht gesehen!

Der Gärtnereileiter Herr Vollmer erklärte uns die besonderen Herausforderungen der Lage der Gärtnerei auf der Alb, auf 650m: eine kurze Freilandsaison, starker Wind, Wetterextreme. Die Gärtnerei hat keinen eigenen Wasseranschluss, muss aber seit einigen Jahren die Felder bewässern, da es immer weniger regnet. Darum gibt es ein Regenauffangbecken, aus dem dann mit dem Schlauch beregnet wird. Ein riesiger Aufwand! Besonders beeindruckt haben mich 2 Dinge: Erstens: Die Mohrrüben Äcker! Selbstverständlich arbeitet die Bio Gärtnerei nicht mit Pestiziden zur Unkrautbekämpfung, sondern Unkraut wird gejätet. Und, wie das Bild beweist: Sehr gründlich! Denn wenn man das nicht täte, und das Unkraut zu hoch wachsen würde, könnte es sein, dass beim jäten aus Versehen die Mohrrübe mit ausgerupft wird, und dann natürlich kaputt ist. Und wenn ich an meine paar Quadratmeter Beet zu Hause denke, und wie ich das Unkraut jäten hasse, dann ist diese große Fläche wirklich beeindruckend (auf dem Bild ist nur einer von 3 Mohrrüben Äckern!).

Die zweite Sache die mich beeindruckt hat ist der Einsatz von Nützlingen. In den Gewächshäusern werden Insekten eingesetzt, die die Schädlinge auffressen, eben um Pestizide zur Schädlingsbekämpfung zu vermeiden. Und in einem Gewächshaus war am Eingang ein „Grasbüschel“, ich dachte den hat man vergessen beim Unkraut jäten. Tatsächlich handelt es sich um Getreide, und auf dem Getreide ist ein Schädling, der dieses Getreide schädigt, aber auf dem Getreide bleibt. Und dieser Schädling ist die Nahrung für einen Nützling der im Gewächshaus ist! Wie cool ist das denn!?

Der Gärtnereileiter Herr Vollmer hat uns voller Herzblut herumgeführt, dass er Spaß an der Arbeit hat, hat man gespürt (auch wenn sie hart und zeitaufwändig ist, er erzählte von einer 6,5 Tage Woche im Sommer…).

Im Anschluß an den Rundgang gab es eine Verkostung, und wir durften Mohrrüben, Tomaten und Gurken probieren. Es war mit Abstand das leckerste Vesper seit langem. Dazu gab es Brot der B2 Bäckerei, und ich hätte noch stundenlang Tomaten und Brot essen können. Herr Vollmer erklärte uns, dass das Gemüse auch deswegen so gut schmeckt, weil es eben reif geerntet wird. Durch die Nähe zum Kunden kann alles im Gewächshaus reifen, und muß nicht grün und unreif geerntet werden. Und das schmeckt man!

Fazit 1: Wer die Gelegenheit hat die Gärtnerei zu besichtigen sollte dies unbedingt tun. Es wird Euch die Augen öffnen! Also, wenn ihr Ausflüge für Jahrgänger, Schulklassen, Familien oder ähnliches organisiert, wendet euch an Frau Franz!

Fazit 2: Ich möchte so oft es geht über den Online Shop von B2 meine Lebensmittel und vor allem Gemüse bestellen, hier rüber berichte ich dann aber in einem separaten Blogbeitrag.

Die wunderbaren Bilder anbei sind von Sonja, meiner Blogkollegin von Wald und Co

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Prophezeiungen

15. August 2017

Prophezeiungen sollte man nur vorsichtig aussprechen, denn die Zukunft kann sich schnell ändern. Es braucht nur in sechs Monaten ein Meterorit ins Mittelmeer zu fallen, und Ligurien würde zu einem Unterwasserparadies, während sich Basel in den schönsten Strand der Schweiz verwandelt.

Umberto Eco

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Sarg

13. August 2017

Auf meinem Weg zur Arbeit komme ich morgens an einer Sargfabrik vorbei. Und manchmal ist die Laderampe gerade offen, so dass ich die Särge sehe, die zur Abholung bereit stehen. Helle und dunkle, schlichte und aufwändige Särge.

Mir tut das morgens gut. Das relativiert meine Herausforderungen…

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Gewinner?

12. August 2017

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Matthäus 16,26

Wollen nicht alle gewinnen? Will nicht einer verlieren? Was spekuliert ihr dann an der Börse oder setzt auf Rot oder Schwarz? Wer gewinnt, das ist immer die Bank. Ihr aber geht leer aus. Das gilt auch für eure Seele, wenn ihr sie nur setzt, aber nicht vertraut.

Gerhard Engelsberger

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